Traumaturgie – die Lähmungszwinge aus Todesangst und Kokon

Vielfalt

Ein Erklärungsansatz, warum sich jetzt unsere Intelligenz als kastriert erweist

Ich habe schon immer einiges über die weiße Menschheit gewußt und daß deren Großteil nur masse de manœuvre – ein Wort, das es auf französisch nicht zu geben scheint – einer kleinen bösen Minderheit ist, völlig freiheitsunfähig, viehisch, unmündig und über den eigenen Tellerrand hinaus verantwortungslos. (Es gibt auch eine gute Minderheit, die freilich – weil sie eben gut ist – zögert, den Großteil manövrieren zu wollen – was sie vielleicht mit etwas mehr Skrupellosigkeit tun sollte [die Mehrheit dankt ihr sowieso nichts]. Beide Minderheiten befinden sich derzeit in einer Art Endkampf.) Aber was dann ab 2015 und besonders ab 2020 kam, hat selbst mich – wie einige meinesgleichen – schockiert: mein Wissen wurde plötzlich noch lebendiger illustriert, es gab nun absolut & ultimativ keinen Zweifel mehr daran. 

Nun reiben wir uns die Augen und versuchen zu verstehen. Wie ist das alles möglich? Wie konnte es so weit kommen, daß sich die Intelligenz als kastriert erweist. Zwei kleine Puzzleteile mögen hier zum Verständnis beitragen:

Da haben wir als erstes das viehische Schlachten des „Europäischen Bürgerkrieges“, des Zweiten Dreißigjährigen Krieges. Das steckt – vielleicht sogar noch mehr als der Erste, jedenfalls natürlich für uns wahrnehmbarer – tief in allen Knochen; wir sind alle traumatisiert bzw. post-posttraumatisch belastet. 

So. Und dann kam das Wirtschaftswunder: gleich Sauna und kaltes Bad ging es nahtlos zur Buttercrèmetorte über. Mit einem mal steckten wir alle in Watte und wurden bis zur Vergasung verwöhnt. Wohlstand & Sicherheit, auf ewig gesichert – so kam es uns vor. We took it for granted, wie es der Engländer sagt. Es gab einfach nichts anderes mehr als dieses Paradies auf Erden; wir haben nichts anderes mehr gesehen. 

Aber tief in uns drin – im sog. Unterbewußten – da ahnten und befürchteten wir eine Rückkehr des Schlachtens: dieses wollten wir absolut nie wieder erleben. „Nie wieder Krieg!“, hieß es. Und dieses „Nie wieder Krieg!“, das ließ uns alles ausblenden, was im allerentferntesten nach Krieg aussah. Für irgendeine Art Realismus hatten wir keinen Sinn mehr. Dieses „Nie wieder Krieg!“ war die Binde der blinden Kuh auf unseren Augen: wir blendeten alles aus, was nach Krieg & Trauma roch; wir nahmen einfach alles nicht mehr wahr, was unser Paradies hätte ankratzen können. 

Auf diese Weise ließen wir es zu, daß sich der Krieg wieder – Schritt für Schritt, immer mehr – in unsere Welt einschlich: Wir schlossen die Augen vor der Masseninvasion: Das wird schon nicht so schlimm sein. Nein, nicht daß es nicht so schlimm sein würde – es gab schlicht keine Probleme damit! Wenn Banden über und durch die Landen zogen, Häuser aufzubrechen und auszurauben und deren Bewohner zu massakrieren, dann schlossen wir davor die Augen: das war ja unschön, das war ja brutal, das sollte es ja nie wieder geben! Und es betraf ja nur den anderen, nicht mich, ich war ja in meinem Haus verschont geblieben, ich hatte die Gnade der Späten Geburt. Augen zu! Nicht drüber nachdenken! 

Denn den georgischen, tschetschenischen, polnischen oder litauischen Räuber zurückzuweisen, das bedeutete ja böse zu sein, das bedeutete den Rückfall in die Welt des Schlachtens: so hatten es uns, dem Vieh, unsere Hüter, unsere Pastoren beigebracht, die uns elektronisch den Pferch zuwiesen. Wir waren ja alle Menschen. 

Und diesen Pferch vergoldeten & versüßten sie paradiesisch: sie ließen uns ein Wunder geschehen und produzieren, von dem sie – der Sinn der Viehhaltung – reichlich profitierten. Aber sie profitierten nicht nur – sie sorgten für Bestand, lange Profitabilität, sie sorgten für prächtige Verhältnisse in den Viehställen, in denen aber doch nur völlig verängstigte und eingeschüchterte Viehcher standen und panisch die Augen auf die Wände richteten, was dahinter an axtbewaffneten Mördern lauern könnten. Sich gegen die südländischen Einbrecher zur Wehr zu setzen, das würde ja Krieg bedeuten – und den gab es ja „nie wieder!“ Also schmiß man sich panischen Auges in das Bett der Erbsenprinzessin und – hoffte, daß es vorüberzöge, daß schon alles gutgehen würde. Die Bande zog vorbei, heimsuchte den Nachbarn, Gott, ich blieb verschont. 

Wir waren fest in die Zange aus Todesangst – Ergebnis des Kriegstraumas – und Goldenem Käfig, Verwöhnung, Friedensillusion eingespannt. 

Und genau da, als wir dergestalt wie in einer Zwangsjacke komplett paralysiert waren, setzte der Metzger zum finalen Schnitt, zur Endlösung an: Der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan, jetzt sollte er auf ewig verschwinden, auf daß er nie wieder zum Störfaktor werden könnte. Was er bis dato für uns geleistet hat, dafür würden jetzt Maschinen sorgen, die haben wir den Mohr 70 Jahre lang entwickeln und bauen lassen. Oder wir verwandeln ihn selbst in eine Humanmaschine – die er ebenfalls selbst entwickelt hat. Der Mohr verwandelt sich jetzt unter unserer Führung selbst in einen Maschinenmohr. Von denen brauchen wir nicht mehr viel. Dann ist alles erledigt. 

Wir überschütteten ihn mit aggressiven Fremden, gossen diese in seine Städte hinein, wo er in Angst in seinem Kokon dahinvegetierte. Aber noch mehr Angst hatte er davor, aufgrund von Anmeldung eigener Interessen als böse zu gelten, denn böse – das steckt in seinen Knochen – war der Krieg.

Diese Zwinge aus Schrecken und Paradies – shock and aw und vermeintliche Sicherheit bei Wohlverhalten –, die erklärt, daß die Weißen alles hinnehmen, was mit ihnen veranstaltet wird. Sie sind konfliktscheu bis in den Tod. Sie sind traumatisiert und gleichzeitig wohlbehütet. Aus diesem Zustand wollen und können sie nicht mehr raus. Konflikt ist ihnen identisch mit Krieg. Davor schließt man die Augen und rettet sich zurück in seinen Kokon. 

Und dann verhalten wir uns, wenn 0,5 % von einer Krankheit bedroht sind, so, als ob es 99,5 % wären. Friedensjunkies, die wir sind, folgen dem, was man uns sagt, bis in die offensichtlichste Widerlogik. Es wird, ja es muß schon alles gutgehen! Die, die uns so viel vom Bösen erzählten, können es doch nicht böse mit uns meinen! Für unsere „Freiheit“ (d.h. Ruhe), unsere Spaßgesellschaft, die uns die Ungeheuer vom Leibe hält, tun wir alles. Was man mit uns macht – Überfremdung, Freßpappen, Spritzen –, das nehmen wir alles hin, wir wollen nur unseren – Frieden. In diesem werden wir nun endgeschoren. 

Es ist diese Mischung aus Gepampertsein und aus Aggressionshemmung geborener Schockstarre, dieses fatale Patt aus Traumwelt und Horror, die die Weißen in ein unentrinnbares Matt setzen.

Soweit mein etwas hilfloser Erklärungsansatz, wahrscheinlich sehr banal. 

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