Ist die Gönnerhaftigkeit in der deutschen Nachkriegs-Richard-Wagner-Pflege gegenüber den Juden ein Wahn oder realistisch?

Eduard Hanslick Richard Wagner

Zwischen dem jüdischen Musikritiker Eduard Hanslick und Richard Wagner bestand eine intensive Feindschaft (die jedoch eine gewisse konstruktive Auseinandersetzung miteinander nicht ausschloß). Wagner porträtierte Hanslick in der Figur des Sixtus Beckmesser in seiner Oper “Die Meistersinger von Nürnberg”. (Bei der Textvorstellung durch Wagner in privatem Kreise war Hanslick zugegen.) Ulrich Karthaus: “Auf der Festwiese steht Beckmesser als das verkörperte ‘Judentum in der Musik’.” („Das Judentum in der Musik“ ist eine vielzitierte Schrift Richard Wagners.)
Adolf Hitler, dessen Liebelingsoper die “Meistersinger” gewesen sein sollen, habe diese – als Antisemit – offenbar nicht richtig verstanden, so weiter Ulrich Karthaus im Nachwort zum Textbuch der “Meistersinger”. Hitler habe sich also nicht auf Wagner berufen können, denn dieser hatte geschrieben: “Gemeinschaftlich mit uns Mensch werden, heißt für den Juden aber zu allernächst so viel als: aufhören Jude zu sein.” Die Juden sollten sich, so Wagner, mit den Deutschen vermischen, so wie sich Beckmesser am Ende der “Meistersinger” “unter dem Volke verliert”.

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